Erste Schritte mit Antigravity Studio

Erste Schritte mit Antigravity Studio

2026/05/22

Du hast deinen Flug abgeschlossen und möchtest deine Aufnahmen jetzt in Studio in dein nächstes Meisterwerk verwandeln. Also öffnest du die Software und ... wow. Wo soll man da überhaupt anfangen? Das verstehen wir gut. Gerade bei 360°-Aufnahmen kann das am Anfang etwas überfordernd sein. Was eben noch eine beeindruckende Aussicht aus der Luft war, wird im Editor zu einer nahezu grenzenlosen kreativen Leinwand. Wie entscheidet man sich für die richtige Perspektive, wenn jeder Blickwinkel zur Verfügung steht? Und wie entstehen diese flüssigen, cineastischen Kamerabewegungen, die du aus deinen Lieblingsvideos kennst?

Um das zu erfahren, bist du hier genau richtig. In diesem Guide lernst du die wichtigsten Funktionen von Antigravity Studio kennen und erhältst einen einfachen Einstieg in die Bearbeitung – damit deine Projekte nicht nur abheben, sondern richtig durchstarten.

Los geht's

Das Wichtigste zuerst: Du musst die Software herunterladen. Die aktuelle Version von Antigravity Studio für Windows und macOS findest du hier: https://www.antigravity.tech/de/downloads/antigravity-a1?from=nav&ref=footer_us

Beim ersten Start von Antigravity Studio wirst du direkt gefragt, ob du ein neues Projekt erstellen möchtest. Kein Druck, oder? Falls du stattdessen den Medienmodus verwenden möchtest, kannst du dieses Fenster einfach schließen und oben im Programm auf Medien wechseln.

Was ist der Unterschied?

Medien eignet sich für die Bearbeitung einzelner Clips mit einer übersichtlichen Benutzeroberfläche, die sich auf den kreativen Prozess konzentriert. Das ist ideal, wenn du schnell ein Video erstellen oder nur einen einzelnen Clip bearbeiten möchtest.

Projekt richtet sich an anspruchsvollere Bearbeitungen und bietet zusätzliche Werkzeuge für komplexere Videoprojekte. Du kannst mehrere Clips nahtlos kombinieren, beeindruckende Übergänge hinzufügen und dein Video mit Texten und Musik ergänzen.

In diesem Artikel konzentrieren wir uns auf den Reiter Projekt. Falls eine Funktion ausschließlich dort verfügbar ist, weisen wir ausdrücklich darauf hin. Beim Erstellen eines Projekts wirst du zunächst nach einigen grundlegenden Informationen gefragt, beispielsweise nach dem Projektnamen und dem Speicherort. Eine wichtige Einstellung ist Leistung. Damit kannst du deine Aufnahmen zum Bearbeiten in einer geringeren Auflösung darstellen, damit alles flüssig läuft. Keine Sorge: Diese Einstellung beeinflusst ausschließlich die Bearbeitung. Dein fertiges Video kannst du anschließend problemlos in der ursprünglichen Auflösung exportieren.

Die Benutzeroberfläche verstehen

Die Benutzeroberfläche von Antigravity Studio ist in mehrere Bereiche unterteilt: 1) Bibliothek, 2) Player, 3) Funktionsleiste, 4) Clip-Panel, 5) Zeitleiste.

So startest du mit der Bearbeitung:

  • Klicke im Bibliotheksbereich auf den Button "+", um Clips hinzuzufügen, oder ziehe die gewünschten Clips per Drag-and-drop in die Bibliothek.

  • Ziehe anschließend die Clips auf die Zeitleiste (im Medienmodus nicht erforderlich).

  • Projekt: Kürze Clips mit den Markierungen an beiden Enden oder trenne einen Clip mit Teilen in zwei Abschnitte. Medien: Lege den Anfangs- und Endpunkt fest, um den Clip zuzuschneiden.

Im Player kannst du deinen Clip in Echtzeit ansehen und den Blickwinkel anpassen, bis die Bildkomposition perfekt zu deiner Story passt. Klicke und ziehe mit der Maus, um den Blickwinkel zu verändern, und nutze das Mausrad, um das Sichtfeld anzupassen. Über den Button am oberen Rand kannst du die Ansicht jederzeit zurücksetzen.

Mit den Buttons unterhalb des Players kannst du:

  • das Seitenverhältnis an verschiedene Social-Media-Plattformen und kreative Stile anpassen

    • 9:16 – Hochformat (Instagram Stories, TikTok)

    • 16:9 – Querformat (YouTube)

    • 1:1 – Quadratisch (Instagram-Posts/Facebook)

    • 2,35:1 – Cinemascope-Breitbild (cineastische Videos, Kurzfilme)

  • die Vorschauqualität anpassen (nur Projektmodus)

  • einen Screenshot der aktuellen Ansicht aufnehmen

  • in den Vollbildmodus wechseln

Die Funktionsleiste bietet zahlreiche praktische Werkzeuge wie Keyframes und Deep Track, während das Clip-Panel Einstellungen zur Bildoptimierung sowie weitere Videoparameter enthält.

Funktionsleiste

Keyframes

Keyframes bilden das Herzstück der 360°-Bearbeitung. Mit Keyframes sagst du dem Video, wohin du in deiner Aufnahme schauen willst und fixierst die Perspektive, die du gewählt hast. Es gibt zwei Möglichkeiten, Keyframes hinzuzufügen: entweder manuell, indem du im Player mit der rechten Maustaste klickst oder auf den "+"-Button in der Funktionsleiste klickst, oder automatisch mithilfe von Adaptive Keyframes, sodass Antigravity Studio die Arbeit für dich übernimmt.

Sobald du einen Keyframe gesetzt hast, kannst du ihn ganz nach deinen Vorstellungen anpassen – beispielsweise den Blickwinkel, die Verzerrung, die Neigung und vieles mehr. Während der Wiedergabe berechnet Antigravity Studio automatisch die Kamerabewegung zwischen den einzelnen Keyframes und erzeugt so flüssige, cineastische Übergänge, ganz ohne zusätzlichen manuellen Aufwand. Wenn du zum Beispiel eine dramatische Kamerafahrt erstellen möchtest, die sich nach hinten dreht und eine spektakuläre Aussicht enthüllt, setzt du zunächst einen Keyframe mit Blick nach vorn und später auf der Zeitleiste einen weiteren mit Blick nach hinten. Bei der Wiedergabe gleitet die Kamera nahtlos von der ersten zur zweiten Perspektive und erzeugt so eine eindrucksvolle Aufnahme. Falls du deine Meinung änderst und einen Keyframe entfernen möchtest, klicke ihn einfach an und anschließend auf den Button "Keyframe entfernen".

Mit Adaptive Keyframes kannst du dich entspannt zurücklehnen und Antigravity Studio die Arbeit überlassen. Klicke auf den Button "Adaptive Keyframes", wähle den Abschnitt aus, in dem Keyframes erstellt werden sollen, und lege die Keyframe-Dichte fest. Die Software erkennt wichtige Motive automatisch und fügt dynamische Kameraperspektiven hinzu, die die Möglichkeiten von Antigravity Studio optimal ausnutzen. Selbstverständlich kannst du die automatisch erzeugten Keyframes anschließend beliebig anpassen oder eigene hinzufügen, falls sie noch nicht ganz deiner kreativen Vision entsprechen.

Weitere Keyframe-Effekte

Tiny Planet

Ein Klassiker unter den 360°-Effekten, der die Illusion erzeugt, als würdest du auf einem winzigen Planeten stehen.

  • Scrolle durch dein Material und suche das Bild, auf das du den Effekt anwenden möchtest

  • Füge an dieser Stelle einen Keyframe hinzu

  • Wähle den Ansichtsmodus "Tiny Planet" aus

Der Effekt funktioniert in beide Richtungen: Du kannst deine Aufnahme mit dem "Tiny Planet"-Effekt beginnen und anschließend in die Szene übergehen oder deine Aufnahme am Ende zu einem Tiny Planet zusammenziehen und so einen eindrucksvollen Abschluss erzeugen.

Trommelwirbel

Dreh doch mal richtig durch! Dieser spektakuläre Kunstflug-Effekt dreht deine Aufnahme um volle 360° und sorgt für eine dynamische Rollbewegung.

  • Setze zwei Keyframes im Abstand von 1 - 4 Sekunden. Die besten Ergebnisse erzielst du, wenn der Horizont im ersten Keyframe mittig ausgerichtet ist

  • Klicke beim zweiten Keyframe auf "Roll" und stelle den Wert auf 360°

  • Deine Aufnahme führt nun eine vollständige 360°-Drehung aus

Und das ist erst der Anfang. Mit Antigravity Studio sind deiner Kreativität kaum Grenzen gesetzt. Kombiniere verschiedene Keyframe-Einstellungen miteinander und erschaffe einzigartige Effekte, die deinen persönlichen Stil unterstreichen.

Deep Track

Mit Deep Track bleibt dein Motiv jederzeit im Mittelpunkt. Die Funktion eignet sich perfekt, um schnelle Bewegungen zu verfolgen oder ein Motiv auch während dynamischer Szenen zuverlässig mittig im Bild zu halten. Klicke zunächst auf den "Deep Track"-Button und markiere dein Motiv. Anschließend bleibt der Bildausschnitt auf dieses Motiv ausgerichtet. Sollte das Motiv durch Flugbewegungen der Drohne oder Hindernisse kurzzeitig aus dem Bild verschwinden, informiert dich ein Pop-up darüber, dass Deep Track unterbrochen wurde. Markiere das Motiv in dem Fall einfach erneut, um das Tracking fortzusetzen.

Clip-Panel

Im Clip-Panel kannst du Stabilisierung, Stitching, Bildanpassungen, Wasserzeichen und viele weitere Einstellungen für dein Material vornehmen. Zu den wichtigsten Funktionen gehören:

Stabilisierung: Aktiviere oder deaktiviere die FlowState-Stabilisierung. Ist sie deaktiviert, wird das Video so wiedergegeben, wie es ursprünglich aufgenommen wurde.

Stitching: Lege fest, ob die Drohne mit Propellerschutz verwendet wurde, und wähle das gewünschte Bild-Stitching aus.

  • AI Stitching: Unser fortschrittlichster Stitching-Algorithmus. Diese Option wird für die meisten Aufnahmen empfohlen, stellt jedoch auch die höchsten Anforderungen an die Leistung deines Computers. Dadurch kann die Wiedergabe ruckeln oder der Export länger dauern.

  • Optical Flow Stitching: Ein effizienter Stitching-Algorithmus. Diese Option eignet sich, wenn KI-Stitching auf deinem Computer zu einer ruckelnden Wiedergabe führt oder wenn du mehrere Videos möglichst schnell exportieren möchtest.

  • Dynamic Stitching: Ein spezieller Stitching-Algorithmus. Unter normalen Bedingungen liefern die anderen Optionen bessere Ergebnisse.

  • Aus: Deaktiviert Stitching-Algorithmen und verwendet das Standard-Stitching. Diese Einstellung wird im Allgemeinen nicht empfohlen, kann jedoch bei Aufnahmen mit schnellen Szenenwechseln oder besonders komplexen Umgebungen hilfreich sein.

Bild: Hier findest du zahlreiche Einstellungen, mit denen du das Aussehen deiner Videos anpassen kannst. Ein kurzer Überblick:

  • Belichtung – Passt die allgemeine Helligkeit des Bildes an.

  • Spitzlichter – Steuert Details und Helligkeit in den hellsten Bildbereichen.

  • Schatten – Passt Details und Helligkeit in den dunkelsten Bildbereichen an.

  • Kontrast – Erhöht oder verringert den Unterschied zwischen hellen und dunklen Bildbereichen.

  • Helligkeit – Macht das gesamte Bild heller oder dunkler.

  • Schwarzpunkt – Legt fest, wie tief und kräftig die dunkelsten Bildbereiche dargestellt werden.

  • Sättigung – Passt die Intensität aller Farben im Bild an.

  • Dynamik – Verstärkt dezente Farben, während natürliche Hauttöne erhalten bleiben.

  • Temperatur – Verändert den Weißabgleich in Richtung wärmerer (orange) oder kühlerer (blaue) Farbtöne.

  • Farbton – Feinabstimmung des Weißabgleichs durch Anpassung in Richtung Grün oder Magenta.

  • Definition – Hebt feine Details und Strukturen hervor und sorgt für ein schärferes Bild.

Du kannst außerdem Motion ND aktivieren, um eine Bewegungsunschärfe für einen natürlicheren Look hinzuzufügen. Color Plus sorgt für kräftigere Farben und Clarity Plus erhöht die Bildschärfe. (Hinweis: Color Plus und Clarity Plus können nicht gleichzeitig verwendet werden.) Probiere verschiedene Einstellungen aus und finde den Look, der am besten zu deinem Projekt passt.

Wenn du deine Bearbeitung abgeschlossen hast, kannst du deinem Video den letzten Schliff verleihen. Öffne dazu den Effektbereich in der Bibliothek (nur im Projektmodus). Dort kannst du einen passenden Soundtrack aus unserer Musikbibliothek auswählen, stylische Übergänge zwischen deinen Clips hinzufügen oder Text einblenden, um deiner Story noch mehr Tiefe zu geben. Sobald alles fertig ist, klicke oben auf Exportieren. Nach dem Export ist dein Video bereit zum Teilen!

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